Wenn am 27. September in Brandenburg die Landtagswahl stattfindet, können sich auch zwei Parteien Hoffnung machen, die seit 15 Jahren nicht mehr im Parlament sitzen: Die FDP und Bündnis 90 / Die Grünen. Während bei der FDP den Umfragen zufolge der Einzug ziemlich sicher ist, müssen die Grünen zittern. Da ist es von Vorteil, wenn die Medien in Brandenburg ausführlich über die Partei berichten, zusammen mit den Etablierten. Die Frage ist nur: Warum?
Es gibt keinen Grund, FDP und Grüne gegenüber anderen nicht im Landtag vertretenen Parteien zu bevorzugen. Das hat mit Demokratie wenig zu tun, viel aber mit politischer Willkür. Der MDR hat sich in dieser Hinsicht vor den Landtagswahlen in Thüringen vorbildlich verhalten und FDP und Grüne mit den anderen kleinen Parteien zusammen vorgestellt.
In Brandenburg bekommen beide Parteien in der öffentlichen Darstellung vor den Landtagswahlen Sonderrechte. Die dadurch stärkere öffentliche Wahrnehmung könnten den Grünen trotz schwacher Zustimmungsrate in Brandenburg doch noch den Weg ins Parlament ebnen. Dort könnten sie vielleicht sogar eine wichtige Rolle bei der künftigen Regierungsbildung spielen.
Dies alles dank medialer Schützenhilfe. Zufall? Wohl kaum. 2005 erfolgte eine Repräsentativbefragung deutscher Journalisten zu ihrer Parteineigung. Dabei kam heraus: Keine Partei hat unter deutschen Journalisten soviele Freunde wie Bündnis 90 / Die Grünen (37,5%).
Die anderen kleinen Parteien haben keine derartige Lobby in Brandenburg.
Falko Wittig